Containment bei Mischprozessen: Sichere Lösungen für Bediener- und Produktschutz
Containment bei Mischprozessen erhält eine immer wichtiger werdende Rolle, weil es sowohl den Bedienerschutz als auch den Produktschutz sicherstellt.
Bedienerschutz: Viele pulverförmige oder chemische Stoffe können beim Einfüllen, Mischen oder Entleeren gesundheitsschädlich sein. Containment verhindert, dass diese Stoffe in die Umgebungsluft gelangen. Das verhindert das Risiko von Exposition, Allergien, toxischen Reaktionen oder langfristigen gesundheitlichen Schäden. Besonders bei hochaktiven Substanzen wie APIs oder toxischen Stoffen ist dies unverzichtbar.
Produktschutz: Beim Mischen sensibler oder hochreiner Stoffe ist jede Kreuzkontamination kritisch. Fremdpartikel, Feuchtigkeit oder Keime können die Qualität massiv beeinträchtigen. Containment sorgt dafür, dass das Produkt während des gesamten Prozesses in einer abgeschlossenen Umgebung bleibt. Dadurch wird die Reinheit gewährleistet und die Einhaltung regulatorischer Anforderungen unterstützt.
In modernen Produktionsumgebungen – besonders in der Pharma-, Chemie- und Lebensmittelindustrie – entstehen beim Mischen häufig Stäube, Aerosole oder andere potenziell gefährliche Stoffe. Ohne wirksame Containment‑Maßnahmen können diese Stoffe die Gesundheit der Mitarbeitenden gefährden oder die Produktqualität beeinträchtigen. Ein kontrolliertes, geschlossenes Containmentsystem verhindert genau das: Es hält das Produkt dort, wo es hingehört, und schützt gleichzeitig die Menschen, die mit der Anlage arbeiten. Gesetzliche Vorgaben, wie zum Beispiel die REACH-Verordnung, sehen zudem Containment als wichtige Maßnahme vor, so dass dieses auch von offizieller Seite immer weiter forciert wird.
LÖDIGE reagiert auf diese Entwicklung und hat mit dem FKM Containment den ersten Mischer im Programm, welcher speziell für einen Einsatz bis OEB-Level 5 konzipiert wurde. Die Grundlage dieser neuen Maschinenausführung bildet nach wie vor der von LÖDIGE entwickelte und etablierte Pflugscharmischer, welcher höchste Mischgenauigkeiten in kürzester Mischzeit ermöglicht.
Durch eine optimale Ergänzung des Mischsystems mit geeigneten Beschickungs- und Entleerungssystemen, einem zweitstufigen Filtersystem, einem flexiblen Isolator für den Maschinenzugang, sowie einer Modifikation der Dichtstellen wurde die Maschine speziell für Containmentanwendungen angepasst. Ein automatisches Reinigungssystem (WIP oder CIP) sorgt für eine zuverlässige und reproduzierbare Maschinenreinigung.
Die Ausstattungsmerkmale vom FKM Containment im Detail:
- Der Einsatz von Doppelklappen‑Systemen (Split‑Butterfly‑Valves) von renommierten Herstellern ermöglicht eine staubfreie Produktzufuhr und -abgabe bis zu OEB-Level 5. Bei der Auswahl der Fabrikate richten wir uns dabei flexibel nach den vorhandenen Werksstandards unserer Kunden.
- Single‑Use‑Lösungen bieten maximale Flexibilität und minimieren Reinigungsaufwand, da produktberührte Teile nach dem Prozess entsorgt werden können. Systeme mit Beuteln (z.B. für vorverwogene Produkte) oder Endlosfolien (z.B. für die Maschinenentleerung oder den Probenzug) sind dabei nur zwei von vielen möglichen Lösungen.
- Die Einhausung der Inspektionsklappen in flexible Isolatoren mit Handschuheinsätzen erlaubt Eingriffe, visuelle Kontrolle oder kleine manuelle Korrekturen im Maschineninneren ohne das Containment zu brechen. Dabei ist dafür gesorgt, dass die Inspektionsklappen ganz geöffnet werden können.
- Die Modifikation von dynamisch belasteten Dichtungen (z.B. beim Mischwerk, Messerköpfen oder der Entleerung) sichert das System dauerhaft gegen mögliche Leckagen auch an hoch beanspruchten Stellen.
- Eine Maschinenentlüftung erfolgt mittels eines zweistufigen Filtersystems, welches mit einer pneumatischen Abreinigung für die erste Filterstufe und einem HEPA-Filter als zweite Filterstufe ausgeführt ist. Der Filterwechsel erfolgt für beide Filterstufen mit einem BiBo (Bag‑in/Bag‑out) Wechselsystem, welches einen Kontakt des Bedieners zu kontaminierten Filterflächen verhindert.
- Ein Containment-geeigneter Probenehmer ermöglicht den Zug repräsentativer Proben während des Mischprozesses, ohne die Anlage zu öffnen. Das Ausschleusen der Proben wird dabei über Single-Use-Lösungen realisiert. Die Produktqualität kann somit überwacht werden, ohne dass das Bedienpersonal einer Gefährdung ausgesetzt ist.
- Die Verwendung eines teil- oder vollautomatisierten WIP oder CIP-Systems zur Maschinenreinigung sorgt für eine automatisierbare und reproduzierbare Maschinenreinigung, bei welcher auf ein Öffnen der Maschine verzichtet werden kann.
Welche Containment-Maßnahmen im Detail benötigt und umgesetzt werden, wird anwendungsbezogen mit den Anwendern abgestimmt und festgelegt, wobei wir auf ein Höchstmaß an Flexibilität setzten. Wie auch bei all unseren anderen Maschinen und Anlagen stehen dabei die Produkte und Prozesse unserer Kunden im Mittelpunkt, welche ein finales Maschinendesign bestimmen.